Wie kamen Sie zur Schauspielerei?

Meine Mutter, Kathrin Ackermann, ist Schauspielerin und nahm mich als Kind immer mit ins Residenztheater. Ich habe sie sehr bewundert und mich in der Theaterluft immer sehr wohl gefühlt. Als Sechsjährige habe ich in einem Film meines Onkels Florian mitgespielt und auch mal bei der Kindersendung „Das feuerrote Spielmobil“ mitgemacht. Über eine Schauspielkarriere habe ich aber nie ernsthaft nachgedacht. Das war ganz klar die Domäne meiner Mutter, die hatte das ja auch richtig gelernt. Bei ihr habe ich sehr früh verstanden, dass Schauspielerei auch ein Handwerk ist.

Wie hat Ihre Karriere dann begonnen?

Mit der Serie „Eine glückliche Familie“ mit Maria Schell und Siegfried Rauch, die ich während des Medizinstudiums gedreht habe. Mit der Gage habe ich auch teilweise mein Studium finanziert. Bei den Dreharbeiten merkte ich dann schließlich, wie schwer es ist, ein guter Schauspieler zu sein und wie weit ich davon entfernt war. Aber die Schauspielerei hat mich gereizt – und irgendwann später hat mich dann doch der Ehrgeiz gepackt und ich wollte wissen, wie das geht, wie ich besser werden kann. Seither hat mich die Schauspielleidenschaft nicht mehr losgelassen. Um mich auf Rollen vorzubereiten, arbeite ich häufig mit einem Coach zusammen. Ich will mich unbedingt weiterentwickeln, ich glaube, dass ich noch viel dazulernen kann.

Gibt es etwas, das Sie mit Ihrer „Tatort“-Kommissarin Charlotte Lindholm gemeinsam haben? Was unterscheidet Sie?

Die Neugier haben wir auf jeden Fall gemeinsam. Und eine gewisse psychologische Intelligenz. Charlotte Lindholm kann sich gut in andere Menschen einfühlen, eindenken. Ich glaube, darin bin ich auch ganz gut. Sie ist im Unterschied zu mir keine Teamplayerin, eher eine Einzelgängerin. Mir sind in meiner Zeit als Ärztin schon manche Fälle sehr nah gegangen, über den Feierabend hinaus. Aber für Menschen wie Charlotte Lindholm, die als Polizisten arbeiten, ist es sicher noch viel schwieriger, die schrecklichen Dinge, die sie sehen, die menschlichen Abgründe, in die sie blicken, zu verarbeiten. Das unterscheidet uns deutlich.

Warum haben Sie Medizin studiert?

Ich habe mich schon immer sehr für alles Naturwissenschaftliche interessiert, war sehr neugierig und wollte wissen, wie Dinge funktionieren. Biologie war mein absolutes Lieblingsfach. Und als es darum ging, was ich studieren sollte, ermutigte mich meine Mutter, Medizin zu studieren. Von der Schauspielerei wollte sie mich eher abhalten, da sie selber erfahren musste, wie unsicher unser Beruf sein kann. Wie abhängig man sich davon macht, ob ein Regisseur, die Redaktion einen will oder eben nicht. Das kann sehr frustrierend sein, wenn man darauf wartet, ob jemand anruft. Ich glaube, das wollte sie mir ersparen. Darüber hinaus hat mir die Arbeit als Ärztin viel Spaß gemacht. Der Umgang mit Menschen, auf ihre Beschwerden einzugehen und versuchen zu helfen, war sehr befriedigend.

Warum arbeiten Sie nicht mehr als Ärztin?

Ich habe einfach überraschend spät entdeckt, dass mir die Arbeit vor der Kamera doch sehr viel bedeutet. Mit der Zeit kamen immer mehr Angebote, und ich arbeitete nur noch nebenbei als Ärztin, machte Vertretungen, wurde aber zunehmend ungenauer, wie ich fand. Und da bin ich dann doch zu verantwortungsbewusst, als etwas halbherzig zu tun.

In welcher Form engagieren Sie sich für die Organisation „German Doctors“?

Für die Hilfsorganisation German Doctors reise ich regelmäßig in die Projektländer, mache mir ein Bild von der Lage vor Ort und untersuche mitunter auch selbst Hilfsbedürftige, insbesondere Kinder. Meine Hauptaufgabe besteht jedoch darin, in der Öffentlichkeit auf die Organisation aufmerksam zu machen, um so viele Spendengelder wie möglich zu sammeln, damit den Ärmsten der Armen in den Elendsgebieten dieser Welt auch in Zukunft geholfen werden kann. Denn die Projekte der German Doctors können mit der tatkräftigen Unterstützung durch Spender realisiert und erhalten werden. Daher bin stolz darauf, dass es mir im Laufe der Zeit über mein persönliches Engagement hinaus gelungen ist, auch einige Firmen als Sponsoren für meine Organisation zu gewinnen.

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?

Da ich einen großen Bewegungsdrang habe, laufe ich gerne auf meinen Hausberg und lasse alle Sorgen des Alltags im Tal. Auf dem Gipfel angekommen, bin ich dann erschöpft, aber befreit. Manchmal hilft mir auch Yoga, die Anspannung zu lösen. Denn es ist schon so, dass ich manchmal so viele Dinge durcheinander mache und mir so viel vornehme, dass mir der Schädel brummt. Aber in erster Linie bin ich sehr glücklich, so vieles in meinem Leben erleben und machen zu dürfen.

Welche Schwächen haben Sie?

Leider bin ich wohl eher chaotisch, vergesse vor lauter Aufgaben auch mal einen Termin, suche mehrmals am Tag mein Handy oder finde den Schlüssel nicht mehr.

Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Kindheit?

Sehr gute, ich hatte eine sehr behütete Kindheit, mit einer Mutter, die uns drei Kinder immer an erste Stelle gestellt hat. Nie hatten wir das Gefühl, ihr Beruf oder etwas anderes wären ihr wichtiger. Ein Einbruch war sicherlich die Scheidung meiner Eltern, das habe ich als sehr schmerzhaft in Erinnerung. Ich war damals 12.

Was möchten Sie Ihren eigenen Kindern mit auf den Weg geben?

Mir ist sehr wichtig, dass meine Kinder dankbar sind für die Dinge, die sie erleben. Dass sie respektvoll mit anderen Menschen umgehen. Und ich hoffe, dass sie mit der Gewissheit ins Leben gehen, absolut liebenswert zu sein.

Was treibt Sie an?

Die Lust am Leben. Etwas bewegen zu wollen. Das klingt total kitschig, aber ja, ich möchte gerne Menschen glücklich machen.

Man sieht Sie oft bei glamourösen Veranstaltungen und Festen. Mögen Sie solche Auftritte?

Es geht. Manchmal ist es schön, sich so herzurichten, aber ich finde es auch extrem anstrengend, das richtige Outfit zu finden. Ich verstehe nicht allzu viel von Mode, weiß aber mittlerweile ziemlich genau, was mir steht und was nicht.

Gibt es noch Träume, die Sie sich erfüllen möchten?

Ich möchte gerne mehr und mehr Momente im Hier und Jetzt erleben, mit größerer Bewusstheit jeden Tag erleben.

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